Allgemein

Tag 16 | The day after

Puuh … hier in Hattingen isses ja genauso heiß wie oben im Norden! Aber im eigenen Bett zu schlafen und einfach so lange duschen zu können, wie man mag, tut gut. Und noch besser, endlich mal liegen bleiben zu können, ohne dass jemand „Alle ins Rondell“ brüllt …

Obwohl es gestern ja nicht spät geworden ist und die FAhrt damit nicht ohne Ende ermüdend: Der FH-Bus stand pünktlich um kurz nach 5 vorm Holthauser Schulzentrum, der ZH2-er ne knappe 3/4 Stunde später (die „Großen“ haben einfach zu früh mit Pinkelpausen begonnen, was dann den Rhythmus der übrigen Pausen verändert hat …).
Schön jedenfalls, wenn sich nach 2 Wochen dann in Hattingen Familienmitglieder glücklich wieder und Freizeitteilnehmende vorerst ein letztes Mal in den verschwitzten Armen liegen.

Ja, wir hatten miteinander ein unterm Strich (und aus Leitungssicht) wirklich sehr gelungenes Brahmsee-Jahr. Wir freuen uns und sind Gott dankbar, alle Kinder wieder heil mit nach Hause gebracht zu haben. Und wir hoffen, dies entspricht auch dem Erleben auf Seiten der Kinder. Natürlich gibt es zwischendurch auf so seiner Freizeit immer mal Reibereien, Auseinandersetzungen oder Missverständnisse. Manches ruckelt sich von alleine zurecht, anderes können die Betreuer beizeiten klären. Bei den Wehwehchen und Unfällen, die wir festgestellt haben, hat das Team jedenfalls nach bestem Wissen reagiert oder agiert. Sollte es bei dem einen oder anderen Kind noch etwas zu besprechen geben (womöglich auch Dinge, die wir vom Team leider nicht oder nur unzureichend bemerkt haben) rufen Sie gerne bei Julien Middelmann oder bei mir direkt an – am Bus ist es für solche Themen ja meist etwas zu wuselig.

Allen Kindern (und ihren Familien) wünsche ich jetzt noch schöne und gesegnete (Ferien-)“Tage danach“!

Unser Nachtreffen ist am
Montag, 3. September, ab 16.00 bis ca. 19.30 Uhr
im CVJM.
Dort gibt es dann ein „best of“ der Fotos und Videos, die wir nicht so wirklich auf die Homepage stellen wollten  …
(ja, ja, da geht noch mehr … 🙂 )

Sollten Klamotten vermisst (oder falsche gefunden) werden: Beim Nachtreffen ist letzte Gelegenheit zum Austausch!
Wir hoffen, die übrig gebliebenen Sachen aus den Lagern, die wir am Ende einfach eingepackt haben, weil die Kinder sie nicht (mehr?) als ihre erkannt haben, stinken bis dahin nicht zu sehr. Waschen werden wir die nicht!

Ausdrücklich danken möchte ich noch mal meinem TEAM.
Ihr habt – gerade auch in eurem guten Zusammenspiel! – hervorragende Arbeit geleistet und somit das entscheidende Rückgrat unserer gelungenen „CVJM-Brahmsee-Freizeit 2018“ gebildet. Ihr wart super!

Es sind
a) im FH: Lina Güntner, Nadine Wolf, Elena Reuter, Kyra Trabandt, Mara Kogelheide, Fabio Niehus, Marius Vierhuff, Elias Bianchi.
b) im ZH2: Gina Huber, Anna Sponagel-Becker, Jana Wyte, Jana Zelchovskij, Josephine Niederheide, Alisa aus der Wischen, Felix Beermann, Lars Werthmann, Marvin Kern.
c) im Leitungsteam: Anne Oppermann & Julien Middelmann (Debut gelungen, mein lieber Neuer!), die beide gemiensam die Schulungs-Camp-Leitung hatten; als Lagerleiter im FH Jason Miss (= „King Arthur“), als Lagerleiter im ZH2 Leo Wichmann-Baumgardt (= Wikinger-Anführer); und als 5-ter versuchte der Pastor, diesmal irgendwie als „freischwebender Allrounder“, alles einigermaßen beisammen zu halten.

Extra zu erwähnen (aber auf Fotos auch längst schon erwähnt) ist unsere „Special-Task-Force“, bestehend aus Malte Schuchmann und Moritz Vierhuff, die beim Auf- und Abbau und ein Stück permanent hinter den Kulissen einen guten Job gemacht haben. Thanks!

Alles Letztes sei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom „Waldheim am Brahmsee“ in Küche, Büro, Häusern und Gelände hier noch einmal ganz herzlich gedankt: Es war schön, wieder für 2 Wochen bei euch in unsererm „zweiten Zuhause“ sein zu können und alles so vorzufinden, dass wir uns wohlgefühlt haben. Special greetings an Regina & Kuddel!

Nach dem Brahmsee ist vor dem Brahmsee.
Bitte den Termin für „Brahmsee 2019“ schon mal vormerken:
Sonntag, 14. Juli, bis Sonntag, 28. Juli 2019 (wieder direkt zum Ferien-Beginn NRW für 2 volle Wochen)

So, ihr Lieben, das war’s jetzt aber wirklich.

Tschüß
und Gott befohlen!

Euer
Frank Bottenberg
 

Tag 14 | Packen

Heute wird aufgeräumt! In den Hütten, drumherum im Gelände und in den Häusern. Das ist z.T. durchaus sehenswert, weil gut gemacht und gründlich. Naja, zum Teil halt …

Heute wird auch gepackt! Ehrlich: Das wollt ihr nicht sehen! Da  tauchen unverhofft größere Stapel ungebrauchter Kleidungsstücke auf und du hast mit einem Mal eine solide Erklärung für so manch penetrante Stimulation der Nase in den vergangenen Tagen. 
Belassen wir es dabei. Wir wollen ja für zu Hause noch Teilhabechancen übrig lassen!

Außerdem müssen wir weiterpacken: Allen Kram … und auch die eigene Wäsche …

O, es zieht sich zu!

O, es regnet!

Beim Aufräumen ist das nicht wirklich förderlich. Schade auch für die letzte Andacht, die wir dann (aunahmsweise am frühen Abend anstatt um 9.00 morgens) unter der Überdachung machen müssen. Da geht ein bisschen der Charming-Faktor verloren …

Nach leichtem Regen, der aber immerhin fast 2 Stunden dauert, kommen wir zu unserer Abschlussandacht unter der Überdachung zusammen und stehen im großen Kreis. Zu Beginn Nachdenken über Spuren: Über die, die wir heute sinnvollerweise beseitigt haben, und über die, die bleiben. Wir erinnern uns auch an die aus Hattingen, die vor uns hier am Brahmsee gewesen sind. Allererst Karl-Heinrich Knoch, der in diesem Jahr verstorben ist. Er ist sozusagen mit den Leuten von damals die entscheidenden Trampelpfade vorgegangen, die wir jedes Jahr aufs Neue mit vielen Kindern immer wieder neu und anders betreten. Und was uns dabei den Kurs vorgibt und den Rücken stärkt, ist das Gleiche, damals wie heute: Gottes Wegweisung und sein Segen. Davon singen wir. Und wir schauen anschließend in Form einer Rückengeschichte, bzw. Rückenmassage (immer ein Päärchen: 1 sitzt und die andere Person steht dahinter und massiert passend zum Erzählen den Rücken!) noch einmal auf unsere jetzt hinter uns liegenden 2 Wochen voller schöner Erlebnisse zurück.
Was nehme ich mit, was lasse ich hier? Und was stärkt mir den Rücken für das, was mich jetzt zu Hause und bald im regulären Alltag wieder erwartet? Wir schließen mit einem Segenslied. Einige liegen sich danach in den Armen.
Aber das kann sich heute Abend noch steigern, wenn es mit den „lagerinternen Abschlussabenden“ weitergeht …
Man munkelt, dass König Arthur höchstpersönlich alle Kinder des FH am nächtlichen Feuer zum Ritter schlagen wird.
Die letzte Nacht ist immer irgendwie besonders …

Morgen um 8.00 ist Frühstück und um 9.00 stehen die Busse parat …

Der Laptop wird jetzt zugeklappt, das WLAN-Kabel gezogen. Ich hoffe, es hat Spaß gemacht, hier in diesem Blog Tag für Tag ein wenig an unserem „Brahmsee-Leben 2018“ teilhaben zu können. 
Wenn noch was kommt, dann kommt es von Hattingen aus.

Tschüß
und Gott befohlen!

Euer
Frank Bottenberg

p.s.:
Bitte schon mal vormerken: Wir wollen das offizielle Nachtreffen auf Montag den 3. September, ab 16 Uhr legen. Natürlich im CVJM in der Augustastraße!

Tag 13 | Abschlussabend

Heute zeigt sich das Ferienhäuser-Team pfiffig. Nach der Andacht gibt es im Gustav-Wulff-Haus ein Hörspiel. Den Kindern, die nach der letzten Nacht ein wenig träge sind, reicht das völlig. Im Saal auf Decken gemütlich verteilt können sie wählen: Zuhören oder Pennen oder einfach ein bisschen Dösen. 2 Mitarbeiter dabzu, das reicht. Gut so. Denn die Kurs-Betreuer beginnen heute mit dem Rückbau. Parallel dazu wird in den Lagern der Abschlussabend vorbereitet. Das braucht Vorlauf, auch bei den Kindern! Und natürlich bei der Leitung. Also: Jetzt keine langen Texte mehr! Wir haben ja noch einiges andere zu tun. Schön zu sehen, wie eigenständig einige der Kinder aber jetzt nach den 2 Wochen den Küchendienst im Griff haben … ob das die Mitarbeitenden von morgen sind, die dann mal die Verantwortung übernehmen werden?

Im ZHh2 isses übrigens sehr entspannt heute Morgen. Und nochmal feucht. Aber so richtig! Mega-Gespritze an der schmierigen Wasser-Rutsche!

Kleine Orientierungshilfe noch eben an die Eltern, die überlegen, mit welcher Mahlzeit sie am Sonntagabend ihre Kinder begrüßen möchten: Also heute gibt es Papp-Nudeln, am Samstag vermutlich Fisch!

Blöd, dass unser Begleitfahrzeug, ein geliehener Bulli, einen Defekt an der Wasserpumpe hat und komplett ausfällt. Das Ersatzfahrzeug ist nur ein normaler PKW. Das durchkreuzt einiges in der bewährten Logistik des gesamten Abbaupaketes. Kriegen wir aber hin mit ab jetzt kontinuierlicher kurzer Kommunikation und einem mitdenkenden MA-Team.

Tja, und nicht nur dieses Team wird dann am Abschluss-Abend gefeiert. Die 81 Kinder und die Camper werden genauso begeistert bejubelt. Open-air und unterm Regenbogendach gibt es noch einmal ein Feuerwerk an gekonnten, witzigen, spannenden oder einfach stimmungsvollen Beiträgen auf der Bühne! Und durchlaufend eine Challenge „Kinder gegen Betreuer“ in sehr unterschiedlichen Diziplinen … Bitte Fotos angucken!

Die Camper und einige MA können am Abend noch bei allerbester Sicht am nächtlichen Himmel ein wunderbares Mond-Schauspiel bewundern! Eine Nacht zum Verlieben! Wäre eigentlich auch mal ein Thema … ach nee, nicht hier in dieser Öffentlichkeit! Da wollen wir doch diskret bleiben. Ich halte mal einfach die Klappe. Oder bieten die Fotos den einen oder anderen dezenten Hinweis?

Tag 12 | Kursende

Der Tag beginnt mit einer kurzen und knackigen FH-Andacht zum Thema „Navigationsgerät“ und der Frage, wem ich vertrauen kann, um durch mein Leben zu navigieren. Aber warum sehen beim Lied „Leuchtfeuer“ alle aus dem ZH2 so hungrig aus? Nun, das Mitarbeiter-Team hat es raffiniert eingefädelt: Erster Programmpunkt nach der Andacht ist „Gemeinsames Brunchen“. Hah, da konnten alle ne Stunde länger pennen! Und was es da alles gibt: Wassermelonen, Rührei, leckere Joghurts mit Früchten. Die lassen es sich gut gehen, die ZH2-er …  

Aber den FH-lern geht es auch gut, egal dass die Nacht ne Stunde kürzer war (für manche der „MA“ übrigens SEHR kurz – wir erinnern uns!). Aber jetzt wird erst mal ein solides Buzzer-Quiz gespielt. Das kann man bei dem Wetter am Morgen und im Schatten des Waldes super draußen machen. Erst recht, weil die Aufgaben klasse sind: Als die Kinder  heraus gefordert sind, die rechte Socke des CAMP-Leiters zu besorgen, schleppen sie innerhalb von Minuten das geforderte Kleidungsstück vom WALDHEIM-Leiter an. Der sucht Stunden später danach und mahnt an, dass die Mitarbeiter ihm doch bitte die (recht neue!) Socke hätten zurückbringen sollen. Was in dem Moment noch keiner weiß: Der Mitarbeiter hat sie längst zurückgebracht. Zum Camp natürlich. Dort sagen die Camper allerdings sofort (und wahrheitsgemäß) „So ne seltsam bunte Gammel-Socke trägt der Julien nicht!“ und werfen das Ding kurz später in die Mülltonne! Aber: Pssst! Wir haben sie hinterher dort wieder rausgefischt und ihm zurück gebracht. Er hat zum Glück nichts gemerkt. War trotzdem lustig …

Nachmittags hat das Zh2 Glück: Deren letzte Kurseinheit kann heute wie geplant stattfinden. Die Kanuten durchpflügen noch einmal den kompletten Wardersee, gönnen sich an der netten Badestelle ne Schale Pommes und finden auch den kleinen Pin, der mitten im See an der Stelle herausragt, an der man mal kurz aussteigen kann. Die Tanzmäuse bringen den letzten Schliff an ihre Performance – ein Auftritt ist jetzt fest ins Programm eingeplant. Sport &  Holz schließen sich noch mal wieder zusammen – sie sind aber im Gelände nicht auffindbar: Was die wohl gemacht haben? Beim Survival wird mal eben noch der Rekord gebrochen. Linus schafft es freikletternd – nur an der Sicherungsline lose ‚ge-saved‘ – 24 Cola-Kisten unter sich zu stapeln, ohne dass der Turm einstürzt. Das sind locker 7, 50 m Höhe! Gratulation!  –  Im FH ist nachmittags ein weiterer Besuch der Badestelle dran. Einige haben Bock, richtig zu schwimmen. Einmal zur Badeinsel nebenan und wieder zurück. Gut, dass wir am See sind!

Nach dem Abendessen gibt’s „Angeber-Spiele„. Der Name ist Programm. Und Kandidaten, die ihm alle Ehre machen, sind zahlreich im FH vorhanden – wobei sich die männlichen Teilnehmer diesbezüglich eindeutig eher qualifizieren. – „Nobody is perfect“ lautet die Abendüberschrift im ZH2. Hier ist ein anderes Talent gefragt, nämlich gute Geschichten zu erfinden, die wahr sein könnten, es aber nicht sind. Einige ‚Storyteller‘ geben alles!

Zum Glück ist heute mal kurz nach 22 Uhr einigermaßen Ruhe. Klar, die warmen Temperaturen machen müde, auch wenn du nix machst.

Aber nein! Wer sagt hier was von Ruhe? Warum wohl wurden bislang die Camper aus dem Iversenhaus nicht erwähnt? Weil sie den ganzen Tag etwas vorbereitet haben, wofür Eltern sonst als Kindergeburstagsprogramm eine Schweine-Geld hinblättern würden!
Ab halb 11 werden die Kinder leise und hüttenweise geweckt: „Nachtwanderung„! Dann schleichen sie im stockdunkel zum BW-Gelände, vorbei an der spärlich beleuchteten Erste-Hilfe-Station auf der Lichtung. Zum Glück gibt der Mond ein wenig Licht. Aber was ist das? Hinter einem Baum sitzen drei Gestalten auf dem Boden vor Kerzen und fassen sich an den Händen – wozu jetzt auch die Kinder eingeladen werden. Ob es gelingt, einen Geist zu beschwören, der der Gruppe die Antwort gibt, in welche Rictung sie gehen müssen? Dumpfe Geräusche aus dem tiefschwarzen Wald, die Hände greifen fester. Dann ein grässlicher Schrei: „Lauft so schnell ihr könnt!“ Spätestens jetzt klopfen 8 Herzen um die Wette. Aber das ist mal gerade erst der Anfang! Es geht weiter, tief durch den Wald. immer wieder tauchen finsterste Gestalten auf, brüllend, kämfend oder einfach nur hässlich. Im Mondschein kommen unversehens 2 (un-)tote Schwestern in schnellem, apathischem Gang auf die Kleingruppe zu und sprengen sie für kurze Zeit auseinander. Schreie! Bloß jetzt zusammmen bleiben! Von ansonsten fortnite-routinierten Großmäulern sind Worte zu hören wie „Dauert es noch lange? Ich würde gern ins Bett“. Das sind Sätze von Seltenheitswert! Nachdem sich zuletzt noch ein gewaltiger Blätterberg als Lebewesen entpuppt und vor der Hütten-Gruppe aufbaut, ist es zu den Betten dann aber nicht mehr weit. Jede Hütte kommt wieder geschlossen im Waldheim an und hat quasi von den anderen nichts mitbekommen. Außer den Angst-Schreien, die diese ansonsten laue und ruhige Mondnacht zuhauf brachial durchschnitten haben. Wovon heute Nacht wohl geträumt wird?

Tag 11 | Feucht

Wenn du schon nach der Andacht (heute von den Campern. Thema „Respekt“. Schön gemacht!) den Drang verspürst, dein T-shirt ein erstes Mal auswringen zu müssen, weißt du: Heute wird’s heftig!

Kurzer Check: Wie nun weiter? Bleibt es bei dem Plan, dass wir unmittelbar nach der Andacht („wenn die Morgenfrische noch ein wenig anhält“ und es aber real schon 28° von den „bis zu 33°“ ist!) zum berühmt-berüchtigt-beliebten Müllsackspiel ins Bundeswehrgelände ausschwärmen? Anna vom Vorbereitungsteam nickt: „Klar! Now or never! Wir haben alles am Start. Keine Zeit verlieren!“. Die Betreuer und Camper nehmen die Müllsäcke auf dem Weg dahin vorerst lieber noch in die Hand. Im Gelände kleiden sie sich damit ein. Die Pfiffigen schneiden noch schnell ein paar zusätzliche Lüftungsschlitze in Achselbereich udn Rücken ein! Dann sind sie auch schon im Gelände verschwunden. Die Erste-Hilfe-Station, kombiniert als „Wasser-Station“ mit einem Küchenwagen voll Wasserkästen arrangiert, ist auf dem Posten. Kyra gibt per Megaphon die Spielregeln und das Zeichen zum Abpfiff an die Kinder. Es geht los. Hüttenweise müssen sie jetzt die Betreuer jagen und stellen. Per Edding wird direkt auf dem Müllsack quittiert, wer Erfolg hatte. Aber Vorsicht: In diesem Jahr sind auch „Minus-Betreuer“ drunter geschmuggelt. Wer diese erwischt, bekommt Punktabzug! Ist die Betreuerin, die sich da gerade schlecht versteckt hat, eine von denen? Oder ist die nur mal eben zu erschöpft, um sich ein neues, gutes Versteck zu suchen? Hmmm … vielleicht ist es ihr unterm alles andere als atmungsaktiven  Müllsack-Pulli auch einfach deutlich zu feucht geworden! Letzters ist jedenfalls der Grund, dass wir die Spielzeit in 2018 ein wenig verkürzen. Situative Anpassung an die Verhältnisse! 

Mittags gibt’s „Cordon-bleu an  grünen Bohnen mit Kartoffelpürree und Rahmsauce“. Absolut gut. Aber – wie immer! – von einigen Kindern nur selektiv genossen („Ich hab doch drei mal genommen!“ – „Sicher. Aber nur Kartoffelpüree mit Sauce“ – „Hat mir aber geschmeckt“ – „Na dann“).

Mittags bereiten sich die Kursleiter auf die vierte und letzte Einheit im FH vor. Alisa fragt nochmal kurz nach, wo genau die Stelle im Wardersee ist, an der man stehen kann. Aber die Frage kann sie sich eigentlich schenken. Mittags zieht es sich zu. Von Ferne erstes Grollen. Um halb drei steht fest: Kein Boot geht aufs Wasser! Bei Gewitter muss Plan B umgesetzt werden. In allen Kursen! Schade. Eine halbe Stunde später schüttet es dann wie aus Eimern aufs rappeltrockene Waldheimgelände. „Endlich“ sagen die Leute vom Waldheim-Vorstand, die heute zu einer Sitzung zusammenkommen und uns CVJM-er auch kurz dazugeladen haben. Während es draußen heftig weiterregnet, reden wir darüber, dass wir in diesem Jahr eine insgesamt sehr harmonische Freizeit haben. Und es ist natürlich auch der Tod von Karl-Heinrich Knoch im April dieses Jahres Thema. Ja, da gibt es immer wieder mal in diesen Tagen Geschichten und Erinnerungen zu erzählen. Obwohl wir alle schon „Spätere“ sind und die Anfangszeit des CVJM hier am Brahmsee vor 57 Jahren nicht  selber miterlebt haben. Die Kinder schon gar nicht – aber deren Eltern oder gar Großeltern mitunter schon! Es wird sicher interessant, wenn in so mancher Familie später zuhause generationsübergreifend Brahmsee-Geschichten ausgetauscht werden!

Als der Regen weniger wird, sind die Kinder längst schon wieder draußen! Mit dem Gewitter war’s zum Glück auch nicht so Dolle!
Aber mit den Wassermassen, die da eben runtergekommen sind und sich über den Staub der letzten Wochen hergemacht haben, lassen sich wunderbare Schlammspiele machen. Das muss ausgenutzt werden! Kurz: Der Tag bleibt total feucht. Nur etwas anders als morgens gedacht. Was sag ich: Nicht nur anders! Besser!

Zum Abendprogramm gibt’s im FH ein diffiziles und langfristig akribisch vorbereitetes „Escape-Room“-Spiel, das in den einzelnen Hütten beginnt. Die Kinder fnden es klasse. Im Zh2 ist heute Abend „Speed-Dating“ angesagt, die Turbo-Variante vom „Kuppel-Abend“. Zu Beginn werden die Paarungen „gematcht“. Später sind Heiratsanträge vom Allerfeinsten zu hören. Wirklich großes Kino!

Nach dem „Gute Nacht-Kameraden“ übernehmen die Camper die Nachtwache in den beiden Kinderlagern – aber nicht einfach nur, um das mal zu üben! Heute Abend kommt nämlich das komplette Betreuer-Team im Iversen-Haus zum Mitarbeiter-Abend zusammen: Einmal für ein paar Stunden werden sie von der Gesamtleitung (und ohne Kinder im Nacken!) mit Lecker-Essen (Subway-mäßig ganz individuell zubereitete Leckereien vom Feinsten zwischen zwei Baguette-Hälften verpackt!) und mit Lecker-Trinken (da darf’s auch z.B. mal ein gepflegter Aperol-Spritz sein!) ein wenig verwöhnt. Echt: Sie haben es sich mehr als verdient. Die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Jahres machen einen hervorragenden Job! Dazu passt, dass das Feucht-Fröhliche auch zu vorgerückter Stunde im Rahmen bleibt (Da kursieren aus früheren Jahren ganz andere Geschichten …). Klar springen einige noch in den nächtlichen See, das gehört dazu – aber das passt ja wohl auch nach diesem eh feuchten Tag. Um 2 weht längst wieder nur ein ganz laues Lüftchen. So, jetzt schnell noch ein paar Stündchen Schlaf …

Tag 10 | Ausflug

Früh morgens die ersten präzisen Ansagen! Heute muss es flott gehen. Denn ab 8.45 Uhr stehen die Andreßen-Busse auf dem Parkplatz. Gut, wenn das Taschengeld schon am Abend zuvor ausgegeben wurde.

Kurz nach 9 geht es los auf die A7, wo wir bald den Nord-Ostsee-Kanal überqueren. Das Ziel ist in diesem Jahr Schleswig, d.h. zunächst kurz davor Haitabu. Schließlich begegnen wir den Wikingern schon seit einer Woche auf Schritt und Tritt. Jetzt sehen wir uns an, wo und wie sie wirklich damals gelebt haben. Im Mai 2018 ist das hochmoderne Museum neu eröffnet worden, Ende Juni hat Haitabu den Status „Weltkulturerbe“ bekommen. Die Schleswiger sind mächtig stolz. Zurecht. Die Ausstellung macht was her. Einige Kinder kommen bald: „Die haben ja wirklich mit England gekämpft“. Klar doch – die Themenstory hat sich das Team doch nicht aus den Fingern gesogen (zumindest nicht nur 🙂 ). Am eindrücklichsten sind die Überreste eines Kriegsschiffes, das im nahegelegenen Moor gefunden wurde und jetzt teilweise rekonstruiert dasteht. Etliche Kinder interessieren sich und gucken (oder hören: Audioguide!) sich die Exponate in den angenehm klimatisierten Räumen an. Andere sitzen nach einem Anstandsrundgang bald auf der Wiese. Dort sind inzwischen 32° C erreicht. Wir entscheiden, auf den 3/4-stündigen Weg zum „Wikinger-Dorf“ (das eigentliche Highlight!) und zurück zu verzichten. Eigentlich schade. Aber so sind wir um kurz nach 12.00 im netten Städtchen Schleswig. Die Kinder und Betreuer schwirren in Dreier- oder größeren Gruppen aus, suchen MacDonalds, c&a, die Eisdiele oder den berühmten Wikingerladen. Tut gut, mal wieder ein bisschen in die „Zivilisation“ zurückzukehren! Eine 5-er-Jungs-Gruppe hat ihre Chill-Lounge in der Nähe des Hafens gefunden: schattig, gediegen im Strandkorb, beste Getränkeauswahl mit Blick auf schicke Segelboote und die Schlei! Besser geht’s kaum.

Knappe Stunde Rückfahrt. Früh genug, dass der Küchendienst fürs Abendessen eindecken kann, sind wir zurück am Waldheim. Die Termperaturen dort sind nicht anders. Im Betreuerteam muss jetzt noch schnell ein wenig gerödelt werden. Kommt aber hin.

Unter dem Motto „Festival“ steht nämlich heute die zweite Disko auf dem Programm. Um die Überdachung herum ist das „Festivalgelände“ ein wenig abgegrenzt, der Übergang zwischen Drinnen und Draußen ist fließend. Die Musikauswahl stimmt. Kaum eine Scheibe (ach nee, wir steuern ja jetzt die komplette Playlist via Smartphone!), an deren Ende nicht laut mitgegrölt und geklatscht wird. Wir sind halt in der zweiten Woche, die äußeren und inneren (Hemm-)Schwellen – nicht nur beim Tanzen! – sind abgesenkt, viel Wir-Gefühl (nicht nur auf der Tanzfläche!) macht sich breit. Das sieht man doch schon auf den Fotos, oder? So musses sein. Prima.

Tag 9 | Bewegter Wochenstart

Nach dem Wochenende steht immer ein wenig Orga an. Kurzes Absprechen im Leitungskreis direkt nach der Andacht, dann wird „abgearbeitet“:  Besorgungen für die nächsten Großaktionen; Feintuning der Eckzeiten für den großen Ausflug am Dienstag; Nachschub fürs Getränkelager (also noch mal 65 Wasserkisten für die nächsten 3-4 Tage!); und Arztbesuch: 2x „Fuß“ (Folgen vom nächtlichen Spiel) und 2x „Kopf/Übelkeit“ (Folgen von Hitze, usw.), also am besten den Sport- und Allgemeinmediziner in Nortorf anfahren – was derzeit aufgrund von Baustellen leider deutlich länger als üblich dauert. Zum Glück kommen wir schnell dran und am Ende wissen wir: Alles nichts Dramatisches und das Brahmseeleben kann für alle 4 weitergehen – wenn auch mit leichten Einschränkungen, unten oder oben.

Für die anderen ist es natürlich bis mittags längst weitergegangen:
Beim Kistenklettern stellt Nik mal eben mit 22 Stk. den Waldheim-Rekord ein (das ist schon Baumwipfelhöhe!), beim Tanz wird die Choreo immer ausgefeilter, die Sportler lassen sich von den morgendlichen Temperaturen nicht beieindrucken und holen die Holzbauer kurzerhand hinzu, weil das Spiel dann besser klappt.

Nachmittags ist der Mitarbeiter-Nachwuchs am Zug: Die Camper haben für beide Lager ein Aktiv-Programm vorbereitet! Im FH wird die große Plane satt mit Lauge präpariert, damit es so richtig rutschig abgehen kann – sehr zum Spaß derer, die sich trauen. Oder derer, die zugucken! Im ZH2 werden Flöße gebaut: Hat was! Und funktioniert dann auch wirklich (was in den vergangenen Jahren auch schon mal anders war!).  Wobei nicht so ganz klar ist, ob der gewisse Tiefgang des Wassergefährts es gezielt möglich machen soll, bei den heißen Temperaturen wenigstens den Hintern im kühlen Wasser zu haben, oder ob es sich schlicht um eine Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichtes handelt. Egal: Es macht Spaß!

Teil 3, der Abend, wird im Zh2 noch mal zum Highlight, weil auch dort nun Kurse dran sind. Und abends Kurs zu haben, ist nun mal was Besonderes, denn die einen sitzen und schnitzen im Halbdunkel an der Feuerstelle, die andern schwitzen jetzt weniger beim Sport, und für die Kanuten ist es einfach wunderschön, bei untergehender Sonne auf dem See unterwegs zu sein.

Der Gruppenraum vom FH quillt derweil fast über von unzähligen roten Herzchen-Luftballons! Es ist Kuppel-Abend! Die nachmittags da und dort geäußerten Voten („Ich will aber nicht mit einem Jungen verkuppelt werden“) mussten leider ignoriert werden. Denn genau darum geht es nunmal: Dass Jungs und Mädels bei diversen Spielen jeweils in Päärchen-Konstellation gemeinsam antreten müssen! Super, dass Marius diesmal für einige Spiele die GoPro an der Decke installiert hat. Denn so können alle Kinder auf der großen Leinwand bestens verfolgen, was vorne auf der Bühne bei den Päärchen abgeht. Und da geht einiges ab! Schön ist’s! Lustig. Päärchen des Abends sind übrigens Cecilia & Luis geworden. Chapeau!

Tag 8 | Sonntag

Upps! Schon eine Woche um! Das ging ja schnell.

Alle freuen sich heute, mal ausschlafen zu können – tun aber nicht alle. Um halb 9 sitzen die ersten Kinder beim Frühstück. Fürs Spülen ist jede und jeder selbst verantwortlich. Klappt halbwegs: Nach einer Woche wissen ja auch die meisten, wie es geht – o.k., die meisten, nicht alle!

Nachmittags gibt’s in allen drei Lagern leichtes Bewegungs-Programm – Nun ja, nicht ganz in allen. Die Camper machen ne zünftige Theorie-Einheit, da muss schon gegrübelt werden …
Abendessen wieder schlicht, Standard halt.

Abends bläst ordentlich Wind vom See herüber, der Himmel ist bedeckt. Wird es etwa Regen geben? Nötig wär’s allemal. Dringend sogar. Aber bitte nicht heute Abend!

Pünktlich um 20.30 Uhr, als alle im großen Halbrund vorm Steg an der Badestelle sitzen, dringt die Sonne wieder durch und taucht die Gesichter in ein wunderbar warmes Licht. Beste Voraussetzung, um miteinander Gottesdienst zu feiern.

Es wird viel gesungen – mit Band natürlich! Thema ist, was eigentlich schon die ganze Woche Thema ist: Kampf, Streit, Auseinandersetzungen und die Frage, wie Versöhnung, wie friedliches Miteinanderumgehen dennoch gelingen kann. Symbol dafür ist ein einfacher Nagel (stellvertretend für die vielen kleinen und größeren Pieksereien, mit denen wir immer wieder aufeinander losgehen). Am Ende erzählt Nadine von der im zweiten Weltkrieg zerbomten Kathetrale im englischen Coventry und vom berühmten Nagelkreuz, das für Versöhnung steht. Zum Lied „So ist Versöhnung“ verteilen die 3 Besucherinnen aus Hattingen an jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer ein selbstgebasteltes kleines „Nagelkreuz“.

Ein entspannter Tag geht zu Ende. Entspannt? Nicht ganz!
Um 23.00 Uhr rum werden alle noch mal geweckt. Im nahegelegenen finsteren BW-Gelände geht es bei Knicklicht-Beleuchtung und dem Spiel „Capture the Flag“genau darum: Dem andern Lager die Flagge zu entwenden! Das treibt den Puls noch mal ordentlich hoch. Kurz nach Eins sind alle erschöpft wieder in den Betten, Kinder wie Betreuer gleichermaßen. Jetzt aber schnell (Knick-)Licht aus!

Tag 7 | Kampf und Friedensfest mit Gelage

Der Samstag startet ruhig mit einer schönen Andacht aus den FH zu „Bad-hair-Days“ und der Empfehlung, an wen man sich dann wenden kann. Ruhig ist der Start allerdings nicht für einen: Als die Camper „Julien in den See“ brüllen, ist auch der fällig. Blöd, wenn eines der wenigen noch frischen T-shirts nach nur 30 Minuten Tragezeit kein solches mehr ist. Mit dem Einstudieren von kleinen Acts (ZH2) und mit Quiddich (Innovation aus 2017: FH) geht der weitere Vormittag schnell um. Aber warum gibt es mittags nur eine kalte Mahlzeit mit Broten und Obst?

Nach der Mittgaspause verdichten sich in Brahmelot die Gerüchte, dass die Wikinger einen Überfall planen. Das komplette FH sammelt sich in voller Ausrüstung und bis an die Zähne bewaffnet in der Senke. Sind sie gut genug vorbereitet, um in einem Kampf „Mann gegen Mann“ standhalten zu  können? Die Spannung steigt, als aus dem nahen Wald die dumpfen Trommelschläge näher kommen. Dann bauen sich die Wikinger Auge in Auge vor den Engländern auf. Von beiden Seiten ertönen ohrenbetäubende Schlachtrufe. Alles  heizt sich immer mehr auf. Die beiden Anführer gehen aufeinander los. Einzelne Kinder verziehen sich ängstlich in die zweite oder dritte Reihe. Wird es jetzt wirklich zur Schlacht kommen?
In allerletzter Minute gehen die Highlander dazwischen, stellen sich genau zwischen die Schlachtreihen und erzwingen eine faire und ehrhafte und organisierte Austragung des Konfliktes. An 3 Orten treten die Lager gegeneinander an, die Highlander unterstützen die Kämpfer aus  Brahmelot:
1. Wasserbomben-Zielschießen mit Katapult
2. Wasserbomben-Völkerball
3. Bootwettrennen mit zuvor selbstherzustellenden Paddeln.
Bei den Kämpfen wird alles gegeben, aber sie sind fair und friedlich. Am Ende kippt die Stimmung ins Positive: Es wird verabredet, ein gemeinsames Gelage zu feiern.

Gesagt, getan. Alle fassen mit an und kurze Zeit später steht in der Senke eine 30 Meter lange Festtafel. Dazu sind Grills aufgebaut, im nebenstehenden Turm haben die Musikanten sich eingefunden.

Das Essen zieht sich hin, aber es ist gemütlich. Und es ist  ausgesprochen schmackhaft, was da alles auf dem Grill zubereitet wird. Zwichendurch spielen die Barden mit liebliche Weisen (z.B. „Knockin‘ on heavens door“) ein wenig auf, vereinzelt wird spontan getanzt. Im weiteren Verlauf entsteht ein wunderbares kleines Fest-Programm. Es wird gerapt, getanzt, gesungen, geturnt … Diabolo-Kegel und menschliche Körper fliegen abwechselnd durch die Luft … Modeschöpfer Cedrino führt seine neuste Kollektion vor – alles locker, frech und kurzweilig durchmoderiert von Tom. Kurz vorm Gute-Nacht-Kameraden (heute mal mit Band-Begleitung) gibt’s noch ein grandioses Feuerspucker-Spektakel.

Super, wie am Ende ALLE gemeinsam mit aufräumen und nach 20 Minuten den Platz hinterlassen, als wäre nichts gewesen. Müde und zufrieden können wir so alle den Tag beenden.  Schön war’s. Richtig schön. Wir haben jetzt Halbzeit!